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biffy-Patenschaften unter der Lupe

"Effektstarke Patenschaften": Erste Resultate einer Langzeitstudie über biffy"

 

Seit September 2016 läuft eine Langzeitstudie, geleitet von Prof. Dr. Timo von Oertzen, durchgeführt von drei Studentinnen der Uni der Bundeswehr München, die Humboldt Universität zu Berlin ist Kooperationspartner. Bei einer ersten Welle wurden zwischen November 2016 und Februar 2017 insgesamt 245 Kinder, Eltern und Patinnen und Paten mit einem Fragebogen befragt, darunter viele, die bereits seit einigen Jahren durch eine Patenschaft verbunden sind. Bei 42 Patenschaften haben alle drei beteiligten Seiten den Fragebogen vollständig ausgefüllt.

 

Die Daten wurden mit Hilfe von Strukturgleichungsmodellen in Onyx und SPSS analysiert. Noch sind nicht alle Analysen abgeschlossen und die Resultate noch nicht publiziert, aber Mitte 2017 gab Prof. Dr. Timo von Oertzen für das biffy-Team und für Patinnen, Paten und Eltern erste Einblicke:

 

+ Alle Beteiligten - Kinder, Eltern und Patinnen und Paten - sind durchschnittlich hoch zufrieden mit ihren Patenschaften.

 

+ Die Kinder profitieren vor allem in den Bereichen Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) und kognitiver Leistung.

 

+ Auffällig bei der Dimension Resilienz: Bei Kindern mit Patenschaft nimmt sie in der Pubertätsphase deutlich weniger ab als bei Gleichaltrigen ohne Patenschaft. Die Patenschaft bildet also gerade in diesem kritischen Lebensabschnitt einen Schutzfaktor.

 

+ Erforscht wurden auch die Effekte, die Patenschaften für die Eltern haben; ein Aspekt, der in Mentoring-Studen bislang kaum untersucht wurde.

Hier zeigt sich: Eltern, deren Kinder in einer Patenschaft sind, sind weniger depressiv, empfinden weniger Stress und äußern mehr Wohlbefinden. Bei Alleinerziehenden sind diese Gewinne besonders stark ausgeprägt.

 

"Viel Unterstützung in der Entwicklung von Jungen"

 

Im Jahr 2013 interviewte eine angehende Rehabilitationswissenschaftlerin zehn Jungen, die seit mindestens einem Jahr von einem Paten begleitet werden. Die Bachelorarbeit, in der Marie Gwen Barth diese Gespräche auswertete, hat den Titel "'Männer verstehen Männer einfach besser, finde ich' - Chancen und Grenzen eines Patenschaftsprojekts für Jungen von alleinerziehenden Müttern'. Die Studie ist als Download hier einsehbar.

 

In ihrem Fazit erklärt die Autorin: "Gezeigt werden konnte, dass der Pate zu einem nahen Vertrauten werden kann, der viel Unterstützung in der Entwicklung des Jungen leistet, sowohl in der Stärkung des Selbstvertrauens als auch bei der Herausbildung eigener Interessen. Die Kinder haben an keiner Stelle eine Konkurrenz zwischen Vater und Pate aufgeworfen. (...) Herauszustellen bleibt ihre Sehnsucht nach einem Paten-Onkel, nach einem männlichen Erwachsenen an ihrer Seite. Dieses Bedürfnis kann durch den Paten gestillt werden, dabei ist es nicht mehr wichtig, ob man ihn als Vaterersatz bezeichnet. Bei den Aussagen der Jungen wird deutlich, dass er teilweise Aufgaben erfüllt, die bei anderen Kindern der Vater zu übernehmen scheint.“(S. 30)

 

"Viele Potenziale des Lernens und der sozialen Unterstützung"

 

90% der Kinder sind nach Angaben der Eltern mit ihrer Patenschaft zufrieden. Dies war n Ergebnis der ersten biffy-Evaluation, 2007 durchgeführt unter der Leitung der Alice-Salomon-Fachhochschule. Auf der Basis von Interviews und von Fragebögen wurden die Bedingungen des Gelingens von Patenschaften untersucht sowie einige der Auswirkungen bei den Kindern. Als Fazit schrieben die Autoren:

 

"Patenschaften beinhalten viele Potenziale des Lernens und der sozialen Unterstützung – und zwar für alle Beteiligten:

 

+ Ihren Pat/innen werden den allermeisten Kindern zu Ansprechpartnern, denen sie vertrauen und die mit ihnen Freizeitaktivitäten gestalten.

 

+ Auch Mütter finden sich durch die Patin/ den Paten positiv unterstützt, mit häufig guten, entspannenden Auswirkungen auf das Familienklima.

 

+ Als Familie erweitern sie ihr persönliches Beziehungsnetzwerk.

 

+ Die Pat/innen wiederum schätzen es, Verantwortung für ein Kind übernehmen zu dürfen und zeitweise ein Stück Familie zu leben."

 

Zustande kam die Studie durch die freundliche Unterstützung der Jacobs Foundation und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich hier.